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Das altehrwürdige „STADIO DELLE ALPI“
Das „Delle Alpi“, welches 1990 zur WM fertiggestellt wurde, ist nun in der Turiner Fußballgeschichte Vergangenheit. Nicht wenige werden sagen „Endlich wird es abgerissen.“. Es war bei den vielen Juventini dieser Erde nicht wirklich beliebt, da es ein architektonisches „Meisterwerk“ war. Ich weiß nicht, ob der verantwortliche Architekt unter Zeitdruck stand, aber anders kann ich es mir nicht erklären, wieso man die untersten Ränge des Stadions tiefer gelegt hat, als das eigentliche Spielfeld?!? Wie man sieht, war da ein echter Könner seines Faches am Werk… Ein weiterer Beweis seines Könnens lieferte der Architekt ab, indem er eine Laufbahn mit einplante ( und was man noch so für Leichtathletikveranstaltungen braucht), aber ausgerechnet den Raum vergaß, in dem sich die Athleten aufwärmen sollten.

Nun aber wieder zurück zum eigentlichen Thema. Die miserable Lage der untersten Ränge war aber nur ein Grund, warum das Stadion so unbeliebt und kaum ausverkauft war (wer zahlt denn schon gern überteuerte Preise, um sich dann die Hinterseite der Werbebanden anzuschauen???).

Bei einer Kapazität von 69.041 Zuschauern verlief sich die Stimmung im weiten Rund, und teilweise saß man sage und schreibe 162 Meter vom Spielfeld entfernt, so daß man nicht wirklich viel vom Spielgeschehen mitbekam. Es ist also nicht verwunderlich, das nur selten Stimmung in dem Stadion aufkam, wie z.B. beim „Derby d´Italia“ oder bei Uefa-Cup/ CL-Spielen der „vecchia signora“.

Selbst der legendäre Klubpräsident Gianni Agnelli machte keinen Hehl daraus, daß er das Stadion nicht grad bewunderte. Er vertrat die selbe Meinung wie viele der Juventini, daß man viel zu weit vom Geschehen entfernt war und somit auch eine, freundlich ausgedrückt, beschränkte Sicht aufs Feld hatte.

So war es dann auch nicht verwunderlich, daß das 1994 neu besetzte Präsidium in Persona von Umberto Agnelli, Antonio Giraudo, „Lucky“ Luciano Moggi und Roberto Bettega kurz nach Ihrer Wahl das Stadion in Frage stellten. Ihnen waren vor allem die Miete und die laufenden Kosten zu hoch, die die Stadt verlangte. Als man sich nach einigen Verhandlungen nicht einigen konnte, ließ das eben gewählte Management die Muskeln spielen, und verlegte kurzerhand die Halbfinal-/ und Finalspiele der Uefa Cup-Saison 94/95 ausgerechnet ins „Feindesland“, sprich ins Stadion der „merdazzurri“!!!

Im Jahre 2006 entschied man sich endlich, den Schandfleck zu verschönern und es sollten die Renovierungsarbeiten beginnen, doch dann kam es zu der landesweiten Hetzkampagne und Verleumdungswelle gegen Moggi, den Vorstand und eigentlich gegen den ganzen Verein Juventus Turin. Das alles haben wir einem größenwahnsinnigen Öl-Fuzzi zu verdanken, und alles nur weil er es nicht verkraften konnte, in der Seria A die 3. oder 4. Geige zu spielen. Aber darauf jetzt auch noch einzugehen würde den Rahmen hier wirklich sprengen…

Das „Delle Alpi“ könnte als DAS unbeliebteste Stadion in Italien in die Geschichte eingehen... Es wurde für richtig viel Geld weit außerhalb des Stadtzentrums aus dem Boden gestampft, eine Leichtathletikbahn integriert, die nur einmal benutzt wurde, das Spielfeld höher als einige Sitzplätze gelegt, und zu allem Überfluss auch noch miserabel gegen den eisigen Wind aus den Alpen geschützt. d.h. im Winter war es in dem Stadion kaum auszuhalten, da der Wind regelrecht durch die offenen Kurven eingeladen wurde.

Ein Bericht über das neue Stadionprojekt soll möglichst bald folgen…

Mike Hochbaum